2007 – Hopfen (Humulus lupulus)
 

Zur Arzneipflanze des Jahres 2007 wurde der Hopfen gewählt. Damit wird keineswegs eine Kulturpflanze gewürdigt, deren Nutzung sich nur auf das Brauereiwesen beschränkt. Denn Extrakte aus den Blütenständen des Hopfens werden heute - in Kombination mit der Baldrianwurzel - am häufigsten als pflanzliches Schlaf- und Beruhigungsmittel verabreicht.
Hopfen ist eine verhältnismäßig junge Arzneipflanze. In der Antike noch unbekannt, nutzten auch die Mönche und Nonnen des Mittelalters das Rankgewächs eher zum Bierbrauen.
Die arabischen Ärzte hingegen waren zu jener Zeit ihren europäischen Kollegen weit voraus. Sie beschrieben die Schlaf fördernde Wirkung des Hopfens, eine Wirkung die heute wissenschaftlich anerkannt ist. Allerdings ging dieses Wissen im Zeitalter der Renaissance verloren. Erst zum Ende des 18. Jahrhundert wurde diese Schlaf fördernde Wirkung wieder entdeckt.

In der Neuzeit etablierte sich der Hopfen dann als pflanzliches Beruhigungsmittel, vor allem in Verbindung mit der Baldrianwurzel. „Klinische Prüfungen der jüngsten Vergangenheit zeigen, dass diese Kombination in der Behandlung von Unruhezuständen und Einschlafstörungen sinnvoll ist“, so der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde an der Universität Würzburg.

 
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